Ausbildung Hund

Die angehenden Rettungshunde werden unter Anleitung unserer eigenen, erfahrenen Ausbilder und Einsatzkräfte trainiert.

Die Ausbildung Hund unterteilt sich in:

Wir sind stolz darauf über Mitglieder zu verfügen, die teilweise weit über 20 Jahre Erfahrung in den verschiedensten Bereichen der Hundeausbildung, respektive in der Rettungshundearbeit, vorweisen können.

Im Vordergrund steht für uns der unbedingte Praxisbezug in der Ausbildung der Hunde zur Vorbereitung auf das reale Einsatzgeschehen. Gerade hier besteht ein großer Unterschied zu vielen Rettungshundestaffeln, die einer eher sportlichen orientierten Ausrichtung der Rettungshundearbeit nachgehen.

Flächensuche

Unter Flächensuche versteht man die Suche nach vermissten Personen im Wald, beziehungsweise in unübersichtlichem Gelände.

Bedingt durch die enorme Riechleistung, suchen Hunde unübersichtliche Flächengebiete wesentlich schneller nach Personen ab, als dies - besonders in der Nacht – eine menschliche Suchkette bewerkstelligen kann. Ein gut ausgebildeter Rettungshund arbeitet hier so effektiv, wie eine ganze Hundertschaft von Einsatzkräften, die als Suchkette das Gebiet nach der vermissten Person durchkämmt.

Der Hundeführer setzt seinen Hund bei der Flächensuche unter Berücksichtigung der Witterungsverhältnisse und der geographischen Gegebenheiten des Geländes so ein, dass er seine Riechleistung optimal einsetzen kann. Unterstützt wird der Hundeführer hierbei von ein bis zwei Suchgruppenhelfern, die ihn vor allem bei der Orientierung im Gelände unterstützen.

Hat der Rettungshund die vermisste Person gefunden, weist er seinem Hundeführer durch lang anhaltendes Bellen den Weg zur Fundstelle.

So nötig, leisten der Hundeführer und die Suchgruppenhelfer der gefundenen Person - bis zum Eintreffen unterstützender Hilfskräfte - Erste Hilfe.

Die Praxis hat gezeigt, dass sich technisches Gerät und biologische Ortung im Einsatz optimal ergänzen. Die technische Ortung stößt oftmals bei dicht bewaldeten Gebieten, oder hohen Außentemperaturen an ihre Grenzen. Bei gut einsehbarem Gelände mit geringer Fauna ist die technische Ortung aus der Luft unter Einsatz von Wärmebildkameras natürlich das Mittel der Wahl.

Gewandtheit

Unter Gewandtheit versteht man, dass sich ein Rettungshund auf verschiedenartigem Untergrund, der möglicherweise auch instabil ist, ruhig fortbewegt, und Hindernisse eigenständig überwindet.

Die Geräte, die im Rahmen der Ausbildung in Gewandtheit zum Einsatz kommen, ähneln denen der sportlichen Ausbildung in Agility sehr stark.

Trainiert werden unsere Hunde auf Wippen, Fassbrücken, Schwebebalken, Leitern, Baugerüsten, Gitterrosten, Hängebrücken und vielen anderen Dingen, die für den Hund eine kleine, oder große Herausforderung darstellen.

Ziel ist hier nicht Schnelligkeit, sondern ein ruhiges und trittsicheres Begehen, oder Überqueren der Hindernisse.

Die Arbeit auf den Geräten wird im Laufe der Ausbildung dann auf tatsächliche Trümmerkegel, die zu Übungszwecken dienen, übertragen.

Der gut ausgebildete Rettungshund lässt sich auf Distanz durch Hörzeichen und Sichtzeichen auf einem Trümmerkegel lenken.

Gehorsam

Unter Gehorsam versteht man, dass der Rettungshund in jeder Lage zuverlässig in der Hand seines Hundeführers steht.

Dies lernt der Rettungshund während seiner Ausbildung, indem er in mehreren Segmenten der Unterordnungsarbeit ausgebildet wird, wie dies auch im Rahmen der Ausbildung zum verkehrssicheren Begleithund, oder einer sportlich orientierten Hundeausbildung in einem Hundeverein der Fall ist.

Jedoch hat die Gehorsamsarbeit für uns einen deutlich anderen Hintergrund.

Im Vergleich zur Sporthundeausbildung geht es bei uns nicht um das Verlieren von

Punkten, wenn sich beispielsweise ein Hund nicht auf Kommando sofort hinlegt, oder zum Stehen kommt.

Wenn ein Rettungshund an einem Gefahrenpunkt, den möglicherweise nur sein Hundeführer ausmachen kann, nicht sofort und zuverlässig auf Hörzeichen, oder Sichtzeichen reagiert, kann dies unter Umständen zu lebensgefährlichen Situationen führen.

Trümmersuche

Unter Trümmersuche versteht man die Suche nach vermissten Personen in Gebäuden oder Erdmassen nach Erdbeben, Gasexplosionen, Erdrutschen oder ähnlichem.

Der Rettungshund findet die Opfer einer solchen Katastrophe nachweislich sehr schnell und äußerst präzise. Der gut ausgebildete Rettungshund übertrifft hier meist sogar technisches Ortungsgerät, das oftmals erst zeitlich versetzt, oder lagebedingt nicht, oder nicht optimal zum Einsatz gebracht werden kann.

Bei seiner Arbeit muss der Trümmerhund die menschliche Witterung aus einer Vielzahl von Gerüchen, die beispielsweise bei einem eingestürzten Haus auftreten, herausfiltern. Er arbeitet frei und lässt sich auch von Lärm, Feuer und Rauch nicht ablenken.

Nimmt er Witterung, auch von einer meterhoch verschütteten Person auf, zeigt der Hund dies seinem Hundeführer durch Bellen und Scharren an der Stelle, an der die Witterung am intensivsten Auftritt.